Hamburger

Bühne neu denken: Werkstattgespräch von Un-Label online

Eigentlich war der Plan ein ganz anderer: Un-Label, die interdisziplinäre, mixed-abled Performing Arts Company, hatte für das diesjährige Sommerblut-Festival ursprünglich drei internationale Deutschlandpremieren vorbereitet, die Barrierefreiheit und Bühne neu denken und praktizieren, aber aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnten.

Das neuartige an den Produktionen Re:construction, The Little Prince und Gravity (and other attractions) ist, dass sie Mittel der Barrierefreiheit ausschließlich als künstlerisch-ästhetische Elemente verwenden. Hilfsmittel wie Gebärdensprache, Untertitel, leichte Sprache oder Audiodeskription lösen sich von ihrer Funktionalität und wandeln sich in künstlerische Mittel, die für Inhalt, Form und Dramaturgie der Kunstwerke wesentlich prägend sind. Barrierefreiheit ist hier kein Add-on, sondern bereichernder, integraler Bestandteil der Werke.

Als Reaktion auf die aktuellen Entwicklungen hatte Un-Label ein digitales Werkstattgespräch am 28.05. realisiert, das tiefe Einblicke in die speziellen Herausforderungen, künstlerischen Möglichkeiten, das Scheitern und die Chancen dieses neuen und innovativen Arbeitsansatzes bietet und auch weiterhin online ist.

Die Produktionen sind Ergebnis des 2,5 Jahre andauernden Projekts ImPArt. Es ist weltweit das erste Projekt, das die „aesthetics of access“ (die ästhetischen Potentiale von Mitteln der Barrierefreiheit) strukturell erforscht, für künstlerische Innovationen nutzbar macht und damit Kunstwerke kreiert, die für Menschen unabhängig ihrer etwaigen Einschränkungen erfahrbar sind. Über 350 Künstler, Experten und Wissenschaftler aus sieben Ländern waren bisher an diesem Prozess beteiligt.

Das Werkstattgespräch bietet filmische Einblicke in die Produktionen, den kreativen Prozess und Videostatements der beteiligten Künstlerinnen und Künstler. Weiterhin reflektiert Christof Seeger-Zurmühlen, Regisseur und Dramaturg am Schauspielhaus Düsseldorf sowie Künstlerischer Leiter des Asphalt Festivals, im kritischen Gespräch mit Lisette Reuter, Produzentin von Un-Label, die Ergebnisse und den Prozess dieses innovativen, die gängige künstlerische Praxis hinterfragenden Projekts.

Werkstattgespräch: "Bühne neu denken'" auf Vimeo

www.un-label.eu

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