Hamburger

Umfrage von Theatergold zur Situation der Seniorentheater in NRW in der Corona-Krise

Wie geht es weiter in der Theatersaison 2020/21 mit Ensembles, Gruppen und Projekten, in denen ältere Menschen auf und hinter der Bühne aktiv sind, unter den Pandemiebedingungen? Das wollte Theatergold mit einer kleinen Umfrage, die sich an die Senioren- und Seniorentanztheaterszene im Land richtete, herausfinden.

Auf die Frage nach Konzepten, mit denen die Gruppen in ihrer Theaterarbeit den Herausforderungen wie Hygienevorschriften und Abstandsregeln u.a. begegnen, wurden Proben im Freien, in Kleingruppen und Videokonferenzen genannt; auch Telefonkonferenzen werden genutzt. Produktionen wurden aufgrund der aktuellen Coronaschutzbestimmungen uminszeniert und vor dem zweiten Lockdown zur Aufführung gebracht sowohl auf der analogen als auch auf der digitalen Bühne. Es wurden/werden andere künstlerische Formate gewählt wie z.B. ein theatrales Fotoprojekt, szenische Lesung oder ein Filmprojekt. Ein neues Projekt ohne Sprache und Gesang umzusetzen, beschäftigt ein Ensemble.

Bei manchen Gruppen ruht allerdings die Probenarbeit seit März, ein Ensemble hat sich coronabedingt aufgelöst. 

Um den Kontakt innerhalb des Ensembles zu halten, werden Telefon, E-Mail, Briefe, aber auch ensembleinterne Chat-Gruppen genutzt. Treffen fanden im Sommer auch im Freien oder in großen Räumen unter Einhaltung der AHA-Regeln statt. Vernetzende kreative Aufgaben werden in einer Gruppe per E-Mail versendet.

Die Frage, ob digitale Medien oder Projekte zukünftig eine (größere) Rolle spielen werden, wird unterschiedlich beantwortet. Es gibt Theatergruppen, die eine Arbeit mit digitalen Medien im Probenprozess in Betracht ziehen oder derzeit schon nutzen. Manche machen dies von der Dauer der Pandemie abhängig. Die Möglichkeiten eines hybriden Projekts, das die Live-Ebene mit der virtuellen verbindet, wird auch genutzt. Ein Großteil will aber zukünftig im Analogen verbleiben, weil sich die Mitwirkenden zum Beispiel nach persönlicher Begegnung und einem „leiblichen“ Miteinander sehnen, aber auch weil die technische Ausstattung fehlt.

Nach den aktuellen Bedarfen gefragt, wird häufig eine zusätzliche oder bessere technische Ausstattung für die Probenarbeit per Videokonferenz genannt, allerdings auch die entsprechende Schulung, um mit dieser Technik umgehen zu können. Größere Räume wären für manches Theater wünschenswert, damit die derzeit erforderlichen Abstände der Mitwirkenden gewahrt werden können. Im eher ländlichen Raum wird auf die fehlende digitale Infrastruktur aufmerksam gemacht. Formuliert wird ergänzend ein Bedarf an Austausch mit anderen Darstellerinnen und Darstellern per Videokonferenz, um zu erleben, dass man nicht allein ist.

Zugeschnitten auf die aktuelle Situation, in der sich die zahlreichen Ensembles der Darstellenden Künste befinden, veranstaltet kubia am 05. März 2021 unter dem Titel „Kacheln, Kameras, Kostüme: Online-Proben und -Aufführungen mit Seniorentheatergruppen“ einen digitalen Workshop zu den Möglichkeiten, die die Online-Plattform Zoom für die theatralische Arbeit mit Gruppen bietet. Dozentin ist die Regisseurin Kathrin Sievers, u.a. künstlerische Leiterin des Düsseldorfer Seniorentheaters SeTA. Anmeldungen für die Fortbildung im Rahmen der Reihe KulturKompetenz+ sind ab sofort möglich.

Logo IBK – Institut für Bildung und Kultur Logo Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Achtung, Sie nutzen einen älteren Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, wenn Sie alle Funktionalitäten dieser Webseite nutzen wollen. Danke.