Hamburger
Zu sehen ist eine Spielszene aus dem Stück „Das Tierreich“ mit neun Darstellenden, die sich im Hintergrund vor einer weißen Wand befinden. Im Vordergrund liegen große weiße Bälle.
© „Das Tierreich“, Bühne 55 – Theater Bielefeld, Foto: Christoph Meinschäfer

Seit der Spielzeit 2009/10 gibt es am Theater Bielefeld die Bühne 55 – Theater mit älteren Menschen, für ein Publikum aller Generationen. Angefangen hat alles mit dem sogenannten „Spielclub 50+“, bei dem Theaterinteressierte jenseits der 50 erste Erfahrungen im Spiel auf der Bühne sammeln konnten, um dann vielleicht noch einen Schritt weiterzugehen und an einer Inszenierung der Bühne 55 mitzuwirken, die mit „Ungehaltene Reden, ungehaltener Frauen“ erstmalig Premiere feierte.

Seither ist die Bühne 55 fester Bestandteil des Spielplans und war mit der Inszenierung „Die goldenen letzten Jahre“ von Sibylle Berg zum ersten WILDwest-Seniorentheaterfestival im Gelsenkirchener Consol-Theater eingeladen. In der Spielzeit 2015/16 zeigte das elf Spielerinnen und Spieler umfassende Ensemble „Das Tierreich“ von Nolte Decar, das in der folgenden Saison wieder aufgenommen wurde.

Das Seniorentheater hat am Theater Bielefeld also eine gewisse Tradition und ist mit Blick auf die Öffnung für alle Interessierten jenseits der 55 ein sehr lebendiges und sich immer wieder neu konstituierendes Ensemble, das überwiegend Stoffe und Themen erforscht, die auf den ersten Blick nicht unbedingt Darstellern dieses Alters zugeschrieben wird und durch diese Differenz neue Perspektiven eröffnen kann.

Geprobt wird – je nach Premierendatum – über einen längeren Zeitraum, wobei meistens um die 150 Probenstunden angesetzt werden. Neben einem Grundlagentraining stehen zu Probenbeginn die themenbezogene Biografiearbeit  und  Improvisationen im Mittelpunkt, um sich gemeinsam für einen dramaturgischen Zugriff auf den Stoff zu entscheiden. Im weiteren Verlauf begeben sich die Darstellerinnen und Darsteller auf die theaterpraktische Suche nach einer szenischen Umsetzung um schließlich im letzten Drittel des Probenzeitraums – vor allem bei den Bühnenproben – an der Gesamtinszenierung zu feilen. Eingebettet in die professionellen Abläufe des Theaterbetriebes werden begleitend Kostüme und Bühnenbild entwickelt und in den Werkstätten hergestellt, Beleuchtungsproben und Soundchecks anberaumt.

Es ist wie ein Laboratorium – in dem Ungedachtes zu entdecken gilt, für das jeweilige Ensemble bedeutsame Aspekte fokussiert und Zuschauerinnen und Zuschauer zum Dialog eingeladen werden.

Leitung: Beate Brieden

Kontakt
Theater Bielefeld
Beate Brieden
Brunnenstraße3-9
33602Bielefeld
Produktionen
Logo IBK – Institut für Bildung und Kultur Logo Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Achtung, Sie nutzen einen älteren Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, wenn Sie alle Funktionalitäten dieser Webseite nutzen wollen. Danke.